Zukunft säen – trotz Covid

Die Corona-Krise schränkt uns alle momentan sehr ein. Auch die Barnhouse Partner-Landwirte spüren das. Wir wollen euch hier zeigen, dass es auch eine Zeit „nach dem Virus“ geben wird, dass die Kreisläufe der Natur ungeachtet der Krise weitergehen – und damit auch die Arbeit unserer Bauern, die ja für die Versorgung der Menschen mit guten, ökologischen Lebensmitteln (und leckerem Krunchy!) unabdingbar ist. Wie die Arbeit der Bauern aktuell aussieht, ob und was sich durch die Krise verändert hat und viele tolle Einblicke in ihr Tun bekommt ihr täglich hier.

Zu Beginn starten wir doch gleich mit einer tollen Nachricht. Unser Partner-Landwirt Johannes Hohenester ist am Osterwochenende Vater geworden und hat mit Sohn Ferdinand nun einen Hofnachfolger.

Dennoch hat es sich der glückliche Papa nicht nehmen lassen und uns einen Einblick in seine Arbeit gewährt. Mitte März wurde bei Johannes der Hafer gesät und bestand nun auch die erste Qualitätssicherung durch die Hofkatze 😉

Bei Partner-Landwirt Anton Eibl hilft der Hofnachfolger schon fleißig mit. So prüft der kleine Biobauer nicht nur den Bio-Dinkel, sondern auch den jungen Barnhouse Hafer – ob das Getreide die Prüfung wohl bestanden hat?

Einen sehr detaillierten Einblick in seine Arbeit hat uns Bauer Hans Reichl gegeben. Vor einigen Tagen hat der Bio-Landwirt 16 Tonnen Dinkel für Barnhouse ausgesät.

„So sieht es aus, wenn man 16 t Dinkel für Barnhouse in Corona-Zeiten auf einen LKW verlädt: mit 2 Meter Abstand (Zollstock in dieser Länge ist immer im Hosensack), aber bester Laune“, schreibt Hans.

„Gute Laune und ein gesundes Immunsystem mit BIO sind übrigens genauso wichtig wie daheim bleiben. Alle drei Dinge fallen einem Bauern im Frühjahr weniger schwer als anderen, am Hof gibt es viel zu tun. Zum Beispiel Hafer säen, damit es auch nächstes Jahr wieder leckere Krunchys gibt.“

Das Thema Corona beschäftigt jedoch auch die Landwirte. Präsent ist das Thema bei Hans Reichl vor allem auch, weil seine Schwester im Mühldorfer Krankenhaus arbeitet.

„Es fällt uns schon schwer, nicht einfach zu ihr zu fahren und sie zur Stärkung in den Arm zu nehmen. Uns gehen genau wie allen anderen Menschen die Begegnungen mit den Nachbarn, Verwandten und Freunden ab. Außerhalb der Arbeit auf dem Feld gibt es Phasen, wo man sich einsam fühlt. Obwohl wir natürlich wissen, dass wir aktuell mit einem Bauernhof in Alleinlage an einem paradiesischem Platz leben dürfen und das auch schätzen“, schildert Hans die Situation.

In dieser Zeit wissen unsere Landwirte ihren Beruf auch sehr zu schätzen. Sie sind an der frischen Luft beschäftigt, sehen, wie sich die Natur verändert und haben genug Arbeit, der sie nachgehen können. So kann das Striegeln der Felder auch beruhigend wirken.

„Beim Striegeln wird zum einen das Unkraut mechanisch bekämpft, zum anderen kommt Luft in den Boden und er wird lebendiger (Stichwort Mineralisierung). Eine sehr meditative Arbeit, man muss geduldig sein und das Tempo an den Boden und die Größe der Pflanzen anpassen.“

Wolfgang Aicher hat bereits im März die optimalen Bedingungen genutzt und Hafer und Leindotter gesät. Über die aktuelle Situation meint er: „Gerade jetzt sieht man, dass alles, was wir vor Ort herstellen und verarbeiten, doppelt so viel wert ist als alles andere.“ Denn an der Landwirtschaft ändert auch das Corona-Virus nichts. Der Arbeit wird weiterhin nachgegangen.

Das ist auch bei den Partner-Landwirten Stefan und Adrian Jahrstorfer so. „In Zeiten der Corona-Krise ist die Nachfrage nach unseren Produkten enorm gestiegen. Wir wissen aktuell nicht mehr was wir zuerst erledigen sollen, wir arbeiten Tag und Nacht!“

Auch die beiden bauen weiterhin an und haben den Barnhouse-Hafer bereits auf ihren Feldern ausgesät. Dieser spitzt bereits aus dem Boden heraus und zeigt: es wird auch eine Zeit nach dem Virus geben, denn die Kreisläufe der Natur gehen ungeachtet der Krise weiter.

Das sieht man auch bei Reinhard Bauer und seinem Hof. Dort sind vor wenigen Tagen Sulmtaler-Küken geschlüpft. Nach dem Umzug in den mobilen Stall wollte der Bio-Landwirt einem der Küken eine Kostprobe seines besten Biogetreides geben. Doch das Küken machte es sich lieber auf dem Arm gemütlich, als zu Fressen. Aber wer kann das dem Kleinen schon verübeln 🙂

Reinhard Bauer

Barnhouse Partner-Landwirtin Susanne Fischer war auch schon sehr fleißig. Gemeinsam mit ihrem Sohn machte sie sich schon ans Kartoffel-Pflanzen. „Seinen kleinen Freund sicherte er sich aus einer Pflanzgutkiste und nannte ihn liebevoll Kartoffili, bis er schließlich auch in die Erde dürfte. Das bedeutet, dass wir im Herbst bestimmt eine ganze Mannschaft an Kartoffilis ernten werden“, erklärt Susanne.

Neben den Kartoffeln waren auch der Dinkel und Hafer schon dran und wurde bereits ausgesät. Über die aktuelle Zeit sagt sie: „Auf der einen Seite verbringt die halbe Bevölkerung die Zeit zuhause in den Wohnungen und erzählt von Langeweile und Kurzarbeit. Andererseits ist für uns selbst die Zeit eine der arbeitsreichsten, die ich je gesehen habe“.

Der Hof hat eine kleine Direktvermarktung von Mehlen, dessen Nachfrage in den letzten Wochen förmlich explodiert ist. „Ich hoffe, diese Zeit regt die Menschen dazu an, wieder bewusster und regionaler Lebensmittel einzukaufen und ich hoffe zudem, dass diese sich etwas abzeichnende Tendenz auch nach Corona noch anhält.“

Kartoffeln findet man auch auf den Feldern von Helga Deliano und ihrer Familie. Die Landwirte waren fleißig auf den Feldern und haben neben Kartoffeln auch ein neues Drei-Nutzen-Feld angelegt, bestehend aus Sinaba Hafer und Leindotter.

Auch Christian Meidinger hat Hafer und Dinkel ausgesät und hofft nun – wie vermutlich alle Bauern – auf viel Regen. Denn ohne Regen sieht es nächstes Jahr schlecht aus mit dem Hafer. Vielleicht sollten wir hierfür alle einen Regentanz machen? Schaden kann es bestimmt nicht und bringt ein bisschen Bewegung rein 😉

Markus Schweiger hatte vor wenigen Wochen noch nicht die Hoffnung auf Regen, sondern auf die rechtzeitige Lieferung seines Leindotters. Dieser sollte nämlich mit aufs Haferfeld. Doch das Saatgut konnte weder vom örtlichen Lagerhaus fristgerecht geliefert werden, noch von einem Saatguthersteller, bei dem er es online bestellt hatte.

Was bei unserem Partner-Landwirt sonst noch aufs Feld kommt? Erbsen. Diese wurden blindgestriegelt und gleichzeitig wurde Speisesenf-Saatgut eingearbeitet. Ihr seht also: So ein Feld wird nicht nur für eine Getreideart o. ä. verwendet. Unsere Bauern achten darauf, immer das Beste aus allem herauszuholen.

Übrigens: Bei Partner-Landwirt Markus Schweiger und seiner Familie handelt es sich um Umsteller. Der Bauer hat 2018 auf bio umgestellt und ist dieses Jahr stolz darauf, zum ersten Mal Getreide in 100 % Bioqualität zu erzeugen. Eine Partnerschaft wie unsere kann auch dazu bewegen, dass immer mehr Landwirte auf bio umstellen 🙂

Partner-Landwirt Andreas Remmelberger musste sich die letzten Wochen um Sturmschäden kümmern, denn die Natur nimmt weiterhin ihren Lauf. Ein Sturm hat in den Wäldern des Landwirts Spuren hinterlassen und ungefähr 50 Bäume umgeworfen.

Und auch die Corona-Krise hat Auswirkungen auf Andreas – zumindest was seine Hobbys und Ehrenämter betrifft. Der Landwirt ist auch als Feuerwehrmann tätig und war als dieser in den letzten Wochen auch bei Einsätzen dabei: „Wir mussten alle Mundschutz und Gummihandschuhe tragen. Das war sehr ungewohnt“, berichtet er.

Sein Jungvieh hatte jedoch auch in dieser Zeit Grund zur Freude. Dieses durfte sich nämlich über ein Ostergeschenk freuen: neue Bürsten 🙂

Und auch die Garage wurde erweitert. So kann man die Zeit perfekt nutzen, ohne das Haus bzw. hier den Hof verlassen zu müssen.

Tanja Giebel und Sebastian Rahm haben bereits im Herbst Dinkel gesät. Dieser ist auf den Feldern schon deutlich zu sehen und wird regelmäßig bei Sebastians Hofrundgang besichtigt. Genauso macht er es auch bei dem Hafer, den er für euer Krunchy ausgesät hat. Dessen Spitzen ragen schon etwas aus dem Boden heraus und wir freuen uns bereits jetzt auf das daraus gemachte Knuspermüsli.

Als Naturland-Bauer ist Sebastian auch die nachhaltige Waldwirtschaft wichtig, bei der die Naturverjüngerung eine wichtige Rolle spielt. Wie man auf den Bildern erkennen kann, macht die Natur auf zu schweren Zeiten keine Pause.

Dass die Natur auch mit widrigen Bedingungen zurechtkommt, zeigt uns Barnhouse Partner-Landwirt Bernhard Heindl. Trotz wenigem – und lange ausbleibendem Regen – spitzt der Hafer auf seinem Feld aus der Erde und man kann täglich das Wachstum erkennen. Am Wochenende kam noch ein Hornmistpräparat auf den Hafer – ein Charakteristikum für die biodynamische Wirtschaftsweise und verpflichtend für jeden Demeter-Betrieb.

(Info zum Präparat: Für das Präparat werden Hörner mit Kuhfladen gefüllt und ein halbes Jahr in Erde vergraben. Hier haben sie Zeit kosmische Kräfte und die Energie der Hörner zu sammeln. Anschließend wird dieses Präparat in Wasser per Hand für 1 Stunde eingerührt, damit der Mensch auch etwas von seiner Energie hinzugibt. Das Ganze wird dann auf die schon keimende Pflanze gespritzt um die Bodenfruchtbarkeit positiv zu beeinflussen.)

Ein weiteres Highlight der Familie ist die Maiglöckchenwiese, die im Frühling zu blühen beginnt. Auf den Frühling freuen sich auch Bernhards Tiere. Diese dürfen nun endlich wieder aus ihren Ställen heraus und sich auf der Weide austoben. Die Bilder dazu wollte uns Bernhard natürlich nicht vorenthalten.

Doch auch den Landwirt und seine Familie traf das Corona-Virus. „Nachdem Corona über uns hergefallen ist, hatten wir ein bisschen weniger Zeit zum Fotografieren, da Rebecca Unterricht für Schüler online vorbereiten musste und ich mit dem Landwirtschaftsamt erstmal den Arbeitsalltag geregelt bekommen musste“.

Doch die beiden machten aus der Situation das Beste und nahmen das eine oder andere auch mit Humor, wie man an der selbstgebackenen Klopapierrolle sieht. Hättet ihr sofort gesehen, dass es sich hier um einen Kuchen handelt?

Auch Familie Steckermeier bekommt die Corona-Krise zu spüren. Der Aussaatzeitpunkt des Bio-Hafers fiel dieses Jahr in genau diese schwierige Zeit hinein.

„Wir bewirtschaften unseren Hof im Nebenerwerb, da ist die Arbeitsbelastung teilweise schon hoch. Zu Zeiten der Krise schätzen wir es aber umso mehr, dass wir auf dem Bauernhof leben dürfen und gesunde Lebensmittel produzieren können“, erklärt der Partner-Landwirt.

Doch Georg Steckermeier bemerkt noch eine wesentliche Veränderung auf seinem Hof. „Da sich unser Betrieb direkt in der Einflugschneise vom Flughafen München befindet, merken wir durch die Krise erhebliche Veränderungen. Unsere 2.000 Bio-Hühner nutzen plötzlich die gesamte Weide (über 8000 qm), weil sie nicht ständig in der Angst leben müssen, dass ein ‚Riesen-Raubvogel‘ über Ihnen fliegt“, erklärt der Landwirt.

„Wir haben auch den Eindruck, dass sich wieder wesentlich mehr Vögel um unseren Hof sehen und hören lassen. Schmetterlinge wie Zitronenfalter und Pfauenauge sind mehr zu beobachten. Sogar ein paar Exemplare der Feldlärche sind auf unseren Feldern, die sich schon seit Jahren nicht mehr sehen gelassen haben oder einfach durch den vielen Lärm von Straßen- u. Flugverkehr nicht mehr wahrgenommen werden konnten“.

Partner-Landwirt Josef Wasmeier bemerkt die Krise ebenfalls an seinem Hof – leider nicht so positiv wie sein  Kollege. Neben Hafer, Dinkel und Weizen baut Josef mit seiner Familie auch Zuckerrüben an und für diese benötigt der Bauer Arbeitskräfte.

„So ganz einfach wird das mit den Zuckerrüben dieses Jahr sicher nicht werden. Wir benötigen pro Hektar gesäte Zuckerrüben mindestens 1 Arbeitskraft für 5 Wochen. Bisher haben wir das mit Saisonarbeitskräfte aus Rumänien gelöst. Ob wir von dem genehmigten Kontingent an osteuropäischen Saisonarbeitskräfte (40.000) für Mai welche bekommen ist noch nicht klar“, berichtet uns Josef.

Hilfe bekommt der Landwirt jedoch von Nachbarn und Freunden. Deren Einsatz ist zwar kein Ersatz für die fehlenden Arbeitskräfte, jedoch hilft es ein wenig und ist ein schönes Zeichen dafür, dass man vor allem in schweren Zeiten zusammenhält.

Christine und Hugo Angermaier bekommen auf ihrem Biohof Hilfe von ihren Kindern Thomas, Katrin und Paula. So wird mit Sohn Thomas die Bestandsbegutachtung durchgeführt, bei der der Entwicklungsstand der Pflanzen festgestellt wird und über mögliche Maßnahmen wie Düngen oder Striegeln gesprochen wird. Ziel ist es, im Sommer reichlich Hafer für Euer Krunchy in bester Qualität zu ernten.

Von diesem ist auch Tochter Katrin begeistert. Sie musste leider aufgrund der Krise ihr Praktikum in Frankreich abbrechen und hilft nun ihren Eltern auf dem Hof. Neben der Arbeit werden auch Spaziergänge unternommen. Oft mir dabei: Huhn Petra 🙂

Die Angermaiers bauen übrigens auch Soja an und verarbeiten diesen zu Bio-Tofu. Der Eiweißlieferant wird ohne Konservierungsstoffe handwerklich hergestellt und kann über Tagwerk-Läden gekauft werden. Das Beste daran: man hat nicht nur eine köstliche Alternative zu den Importen aus Asien, sondern kann die Herkunft bis ins Detail zurückverfolgen.

Sepp Hanglberger baut als Barnhouse Partner-Landwirt auch Hafer für uns an. Auch er hat momentan mit dem Problem des ausbleibenden Regens zu tun. Dennoch zeigt sich Sepp positiv: „Der Hafer hat bisher in Oberwattenbach so gut wie keinen Regen bekommen. Trotzdem sind wir mit dem Auflaufen der Saat recht zufrieden.“

Sepp Hanglberger
Sepp Hanglberger

Mit derselben Situation werden auch Rainer und Alexandra Hundmeyer konfrontiert. Doch auch bei ihnen ist der Hafer bereits ohne Regen aufgelaufen. Aktuell zieht sich dieser noch die Feuchtigkeit aus dem Boden, doch das dringend benötigte Wasser wird hoffentlich bald kommen.

Neben der Feldarbeit nutzt die Familie die Zeit auch für Zaunbauten. Denn auch ihre Tiere sollen bei dem schönen Wetter wieder auf die Weide kommen.

Den ersten Weidengang haben die Tiere von Rainer Janz bereits hinter sich. Die Freude darüber war dabei nicht zu übersehen. Die Höhenberger-Kühe kennen absolut kein Social Distancing – müssen sie zum Glück auch nicht 😉

Rainer arbeitet übrigens auch mit der Höhenberger Lebensgemeinschaft zusammen, die nicht nur einen eigenen Biomarkt und eine Biokiste haben, sondern auch in ihren Werkstätten unter anderem Holzmöbel, Kerzen und Musikinstrumente herstellen.

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Hilarius Häußler hat sich vor wenigen Wochen auch gemeinsam mit Tochter Magdalena um die Haferaussaat gekümmert. Die beiden zeigen euch, wie unser Drei-Nutzen-Feld zustande kommt.

Hierfür wird unter den Hafer nämlich Leindotter gemischt. So kann man am Ende nicht nur den tollen Hafer für unsere Krunchys ernten, sondern auch den wertvollen Leindotter, welcher zum Beispiel zu Öl verarbeitet werden kann. Während dem Blühen ist das Feld auch eine gute Nahrungsgrundlage für unsere kleinen Freunde die Wildbienen.

Auch Familie Lex kümmert sich um die Feldarbeit und bildet dabei auch aus. Azubi Stefan unterstützt Raphaela Lex bei der Arbeit und lernt dabei eine Menge dazu. Nach der Arbeit wird der wunderbare Sonnenuntergang noch auf dem Feld genossen. Denn seien wir mal ehrlich: Wer würde so einen Ausblick denn nicht genießen? 🙂

 

 

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