Hafer-Aussaattag 2019: Gemeinsam Zukunft säen.

Im Rahmen unseres Regionalprojektes haben wir am 11. April 2019 wieder zur symbolischen Haferaussaat geladen ­­– und Kunden, Mitarbeiter, Partner-Landwirte und Freunde und Nachbarn kamen zahlreich – und trotz ziemlicher Kälte – zu diesem schönen Gemeinschaftserlebnis.

Der Hafer-Aussaattag ist mittlerweile zu einer Barnhouse-Tradition geworden. Getreide ist eines der wichtigsten Nahrungsmittel, das wir der Arbeit unserer Landwirte verdanken. Mit diesem Tag wollen wir diesen Wert wieder bewusst und erlebbar machen. Und natürlich ist es eine schöne Gelegenheit, in einer bunt gemischten Truppe zusammenzukommen, sich auszutauschen und hinterher gemütlich zusammenzusitzen.

Zu Gast bei Familie Lex

Diesmal waren wir zu Gast auf dem Bio-Hof Lex in Bockhorn. Seit Beginn des 17. Jahrhunderts ist der landwirtschaftliche Betrieb in Familienbesitz. Bereits 1979 (dem Barnhouse-Geburtsjahr!) hat Lorenz Lex den Betrieb auf ökologischen Landbau umgestellt. Er ist damit wie wir ein Pionier der ersten Stunde. Heute bewirtschaftet Familie Lex mit Mitarbeitern und Auszubildenden den Hof – und zeigt noch immer großen Pioniergeist, wenn es um den Anbau ungewöhnlicher Kulturen geht. Auf ca. 150 ha werden nicht nur Hafer und Dinkel für Barnhouse angebaut, sondern z.B. auch Hanf und in diesem Jahr erstmals Mohn (für Krunchy Joy).

Ein kleiner Fußmarsch brachte uns zum Feld auf einer Anhöhe, wo das Saatgut an alle Teilnehmer ausgegeben wurde. Lorenz Lex zeigt uns dann, wie das Aussäen per Hand geht, ehe wir in einer mehr oder weniger schönen Reihe das Gelernte in die Tat umsetzten. Ausgesät wurde nicht irgendein Hafer, sondern die Sorte SinaBa , der weltweit erste rein ökologisch gezüchtete Spelzhafer.

Lerchenfenster im Winterhafer

Auf dem Rückweg machten wir noch Halt an einem Winterhafer-Feld, wo uns Lorenz allerhand Interessantes über seine Anbaumethoden erzählte. Tochter Bernadette machte uns noch auf die Lerchenfenster im Feld aufmerksam. Darunter versteht man kleine Freiflächen mitten im Feld, auf denen der Landwirt nichts aussät. Inmitten des Getreideackers entstehen damit Fenster, die der bedrohten Feldlerche, Vogel des Jahres 2019, entscheidend helfen.

Die Vögel brauchen das Fenster als Landebahn und zur Nahrungssuche, ihren Brutplatz suchen sie sich im Bestand rund um das Fenster. Denn auf intensiv genutzten Feldern mit sehr dichtem Bestand, wie sie heute leider der Normalfall sind, kann die Lerche nicht mehr landen und findet für ihr Nest und zur Nahrungssuche keine freien Stellen mehr. Notgedrungen legt sie ihr Nest immer öfter in Fahrspuren an. Dort wird es leichter von Beutegreifern wie Füchsen und Wieseln entdeckt und geplündert. In Folge sinkt der Bruterfolg so stark, dass der Bestand der Feldlerche zurückgeht. Die Feldlerchen fühlen sich hier hörbar wohl, denn auch wenn wir sie nicht zu Gesicht bekommen haben, klang ihr wunderschöner Gesang über die Äcker.

Nach getaner Arbeit versorgte uns Partner-Landwirtin Claudia aus Gallenbach mit einem feinen Bio-Buffet. Und trotz kalter Witterung haben wir bei gutem Essen, guter Laune und guten Gesprächen den Aussaat-Tag gemütlich ausklingen lassen.

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