Boden- & Zwischenfrucht-Tag bei Barnhouse Bauer Sepp Heindl

Die Barnhouse Blühmischung für den Zwischenfruchtanbau

Im Rahmen unseres Projekts “Gemeinsam für besseren Boden und Humusaufbau” hatten wir im Sommer die “Barnhouse Blühmischung” an unsere Barnhouse Bäuerinnen und Bauern übergeben. Nun folgte Ende Oktober als nächster Teil des Projektes eine Feldbesichtigung bei unserem Landwirt Sepp Heindl.

 

Sepp hatte zu Schulungs- und Demonstrationszwecken auf einem Feld zwölf verschiedene Zwischenfruchtmischungen* unterschiedlichster Zusammensetzung  nebeneinander in Streifen angebaut; darunter auch die Barnhouse Blühmischung. Im Rahmen der Feldbesichtigung stellte Zwischenfruchtspezialist Sepp den anwesenden Barnhouse Bauern die einzelnen Kulturen und ihre Besonderheiten für den Ökoanbau im Detail vor.

Das Highlight war aber sicher Hans Schneck, ehemaliger Leiter der “Öko-Schule” Schönbrunn (Staatl. Fachschule für Ökologische Agrarwirtschaft), und renommierter Experte im Pflanzenbau, der unter Landwirten eine legendären Ruf besitzt. Nicht nur unglaublich kompetent, sondern zudem auch höchst unterhaltsam führte er eine sog. “Bodenansprache” durch, worunter man kurz gesagt eine Beurteilung des Ackerbodens versteht.

Ackerboden sehen, fühlen, riechen und schmecken…

Unter Einbeziehung der Sinne Sehen, Fühlen, Riechen und Schmecken (!) wusste Hans Schneck so viel Spannendes und Interessantes über den Boden zu erzählen, dass man wieder eine große Ehrfrucht vor dieser Grundlage unserer Ernährung bekam. Wie setzt sich der Boden zusammen und was hat das für Auswirkungen? Warum ist es für den Humusaufbau wichtig, Rottevorgänge im Boden zu haben und nicht Fäulnisprozesse?  Welches Bodenleben ist vorhanden? Welche Folgen hat die Bodenverdichtung durch schwere Maschinen? Wie wichtig ist das Thema Durchwurzelung?

Hans Schneck demonstrierte eindrücklich, wie man das doch sehr komplexe Thema Boden durch Erfahrung und Fingerspitzengefühl (im wahrsten Sinne des Wortes!) auch ohne Laboranalysen erschließen kann.

Auch unsere erfahrenen Bauern und Bäuerinnen konnten viel neuen Input und Inspiration für ihre tägliche Arbeit mitnehmen und wir “Barnies” kamen aus dem Staunen angesichts der Vielfältigkeit des Themas Boden gar nicht mehr heraus – und werden sicher jeden Acker zukünftig mit anderen Augen betrachten.

Was zusätzlich bleibt, ist der Respekt vor der Arbeit und der Leistung unserer Bio-Bauern. Denn ein guter, gesunder Boden bringt nicht nur die entsprechenden Nahrung für uns alle hervor, sondern ist auch z.B. für Biodiversität und Klima von großer Bedeutung.

An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Hans Schneck und Sepp Heindl!

*Als Zwischenfrucht bezeichnet man in der Landwirtschaft eine Feldfrucht, die zwischen anderen zur Hauptnutzung dienenden Feldfrüchten angebaut wird. Zwischenfrüchte haben im ökologischen Landbau, der ja auf „Agrochemie“ verzichtet, eine besondere Bedeutung: Sie erhalten und verbessern die Bodenfruchtbarkeit, fördern den Ertrag der Nachfolgefrucht und schützen den Boden durch Bewuchs.