Auf den Feldern unseres Partner-Landwirts Hilarius:

Vom Striegel & fleissigen Knöllchenbakterien

 

 

Striegeln? Diesen Ausdruck kennt man in der Regel nur in Zusammenhang mit Pferden. Aber hinter diesem Begriff verbirgt sich auch ein sehr wichtiges Instrument des Bio-Bauern zur Unkrautkontrolle. Barnhouse Partner-Landwirt Hilarius aus Gallenbach lässt uns nicht nur beim Striegeln auf seinem Bulldog mitfahren (siehe Video oben), sondern erzählt uns auch von fleissigen Bakterien und Ackerbohnen.

 

Striegeln


↑ Bulldog mit Striegel

"Striegeln bedeutet erstmal nichts anderes als Gräser mechanisch aus dem Feld rupfen und ablegen.", fasst Hilarius zusammen. Dabei wird der sog. Striegel an den Bulldog gehängt und übers Feld gefahren. Das ist Unkrautkontrolle ganz ohne Chemieeinsatz. Angesichts des schweren Gefährts drängt sich da die Frage auf: Gehen dabei nicht die zarten Haferpflänzchen kaputt? "Gestriegelt wird am besten an heißen Tagen.", gibt der Bio-Landwirt Entwarnung. "An solchen Tagen zieht der Hafer die Feuchtigkeit in die Wurzeln zurück. Die Halme sind dadurch flexibler und unempfindlicher."

 

Auf den beiden Bildern kann man gut erkennen, wie beim Striegeln die Beikräuter entfernt werden.

Durch das Striegeln werden weiterhin die im Acker vorhandenen "Verdunstungsröhren" verschlossen, der dadurch mehr Feuchtigkeit speichern kann. Außerdem kommt mehr Sauerstoff in den Boden und an die Wurzeln der Haferpflanzen. Das Bodenleben und der Nährstoffumsatz wird angekurbelt. "Es ist immer wieder verblüffend: Nach dem Striegeln verändert sich das Feld sichtbar!"

Einfacher, aber im Öko-Landbau undenkbar, wäre das Wegspritzen mit der chemischen Keule. Der Bio-Bauer arbeitet aber mit und zum Wohle der Natur. Eine Arbeit, die jeder Konsument, der sich für ein Bio-Produkt entscheidet, unterstützt und fördert.

 

↑ Blick auf den Striegel und Blick auf Hilarius (das vielleicht erste Striegel-Selfie der Welt...)

 

Fruchtfolge

Auch die Fruchtfolge, also die zeitliche Abfolge der angebauten Nutzpflanzen, ist im Öko-Landbau enorm wichtig. Sie erhält und fördert die Gesundheit und Fruchtbarkeit des Bodens, vermindert die Erosion sowie den Befall durch Schädlinge oder Krankheiten. 

Ackerbohne -> Dinkel/Weizen -> Hafer

Bei Hilarius sieht das folgendermaßen aus: Gestartet wird mit der Ackerbohne, die bereits Februar/März ausgesät werden kann. "Die Ackerbohne ist eine sogenannte Leguminose, die die Bodenfruchtbarkeit immens fördert.", erklärt Hilarius. "Die Wurzeln leben in Symbiose mit Knöllchenbakterien. Diese Bakterien können Stickstoff aus der Luft fixieren." In den Wurzelknöllchen wird dieser Stickstoff in Aminosäuren umgewandelt und steht so den Wirtspflanzen zur Verfügung. Düngung aus natürlichen Kreisläufen - und auch hier gilt wieder: Kein Einsatz von Chemie. Die Ackerbohne wird dann im August gedroschen und liefert als Schweinefutter den Tieren wertvolles Eiweiß.

 

Auch das Ackerbohnenfeld wird gestriegelt.

Im Herbst säht Hilarius dann Dinkel oder Weizen aus, beides Getreidearten, die den nun sehr stickstoffhaltigen Boden gut vertragen. Am Schluss der Fruchtfolge kommt dann der Hafer zur Aussaat. "Hafer ist ein Schwachzehrer, benötigt also weniger Stickstoff. Eine ideale Feldfrucht nach dem Dinkel oder dem Weizen."